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Das Weißbuch 2016

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Am 13 Juli 2016,
hat das Bundeskabinett das neue Weißbuch der Bundesregierung zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr verabschiedet.

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Das Weißbuch ist der wesentliche Leitfaden für die Sicherheitspolitischen Entscheidungen und Handlungen unseres Landes in den nächsten Jahren.
Es wurde federführend im Bundesministerium der Verteidigung in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit allen Ministern der Bundesregierung erarbeitet.

Diese Buch legt unseren internationalen Partnern und Verbündeten dar, wie Deutschland künftig seine sicherheitspolitische Rolle in der Welt sieht.
Es schafft einen Konzeptionellen und inhaltlichen Rahmen und bietet Anknüpfungspunkte für weitere gesamtstaatliche und ressortspezifische Strategien.

Was ist das Weißbuch?

Ein Weißbuch bietet die Möglichkeit, Regierungshandeln auf dem Feld der Sicherheits- und Verteidigungspolitik national wie international transparent zu machen.
So trägt das Buch auch dazu bei, die öffentliche Debatte über Sicherheitspolitik zu befördern.

Bisher sind 10 Bücher in Deutschland erschienen.

Buch 1969 unter Gerhard Schröder
Verteidigungsminister
Damaliger Titel „Weißbuch zur Verteidigungspolitik der Bundesrepublik“

Buch 1970 unter Helmut Schmidt
Buch 1971/72
Buch 1973/74
Buch 1975/76
Buch 1979
Buch 1983
Buch 1985
Buch 1994
Buch 2006 unter Franz Josef Jung
Verteidigungsminister
11. Buch 2016 unter Ursula von der Leyen
Verteidigungsministerin

Dieses Buch stellt Grundzüge, Ziele und Rahmenbedingungen deutscher Sicherheitspolitik, die Lage der Bundeswehr und die Zukunft der Streitkräfte dar.

Mit jenem Buch möchte die Bundesregierung eine größere deutsche Führungsrolle in der Welt festschreiben.
Deutschland stehe in der Verantwortung, „ die globale Ordnung“ aktiv mit zu gestalten.
Bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr sei Deutschland in der Lage und bereit innerhalb eines Bündnisses Führungsverantwortung zu übernehmen. Die Bundesregierung wird als „zentrale Akteur“ in Europa war genommen.

 Weitere Themen im Weißbuch

Anforderung an die Bundeswehr als Instrument deutscher Sicherheitspolitik
Der Auftrag der Bundeswehr
Aufgaben der Bundeswehr
Multinationalität und Integration
Bündnis gemeinsame Fähigkeitsentwicklungen
Führung und Verantwortung als Rahmennation
Flexibilität und Agilität mit einem „Single Set of Forces“
Ausrichtung auf vernetztes Handeln im nationalen und internationalen Rahmen
Führung
Aufklärung
Wirkung
Unterstützung
Bestmögliche Ausrüstung zur Auftragserfüllung

auf diese Themen aus dem Weißbuch werde ich nun ein paar Ausschnitte bringen.


Anforderungen an die Bundeswehr als Instrument deutscher Sicherheitspolitik

Die Bundeswehr muss in der Lage sein, ihren Beitrag zur Umsetzung der strategischen Prioritäten der deutschen Sicherheitspolitik zu leisten. Das sich dynamisch verändernde Umfeld, unser Gestaltungs- und Führungsanspruch sowie unser Engagement in NATO und EU erfordern die kontinuierliche Aktualisierung und Anpassung des Aufgabenspektrums der Bundeswehr. Dabei bleiben Multinationalität und ressortgemeinsames Handeln leitende Prinzipien. Insgesamt steigen die Anforderungen an die Bundeswehr weiter an – die zunehmende internationale Verantwortung unseres Landes geht mit militärischen Verpflichtungen einher wie auch mit höheren Erwartungen unserer Verbündeten und Partner. Die stärkere Akzentuierung von Landes- und Bündnisverteidigung einschließlich der Abschreckung – ins-besondere an der Peripherie der Allianz – verlangt von der Bundeswehr, ihre Einsatzorientierung auf diese anspruchsvolle Aufgabe und die hierzu notwendige Vorbereitung zu erweitern. Hieraus resultierende Verpflichtungen und Maßnahmen haben mit den jüngsten sicherheitspolitischen Veränderungen eine neue Dimension erreicht. Sie werden absehbar verstärkt die Fähigkeiten der Bundeswehr in der gesamten Band-breite fordern. Die konventionelle Landes- und Bündnisverteidigung hat ihren Charakter im Vergleich zur Zeit des Kalten Krieges deutlich verändert: Sie muss sich heute vielfach bei kurzen Vorwarnzeiten gegen eine räumlich fokussierte Gefährdung durch militärische Kräfte unter- oder oberhalb der Schwelle offener Kriegführung stellen. Diese ist immer öfter in eine hybride Strategie eingebettet, die über die gesamte Bandbreite des Bedrohungsspektrums hinweg durch den orchestrierten Einsatz militärischer und nichtmilitärischer Mittel gekennzeichnet ist. Gleichzeitig hat die Dynamik unseres Sicherheitsumfelds zu einem Anstieg der weltweiten Einsätze der Bundeswehr geführt. Nicht nur ihre Zahl, sondern auch die an die Bundeswehr gestellten Anforderungen haben sich tiefgreifend verändert. Einsätze werden nicht mehr zwingend in großen Kontingenten durchgeführt. Der Auftrag der Soldatinnen und Soldaten im Einsatz wird auf absehbare Zeit facettenreich bleiben: Er kann von Training und Ausbildung über humanitäre Hilfe für Menschen in Not bis zur Anwendung militärischer Gewalt reichen. Daneben kann es auch erforderlich sein, die Bundeswehr stärker als bisher im Rahmen gesamtstaatlicher
Sicherheitsvorsorge, zum Heimatschutz oder zur Amtshilfe einzusetzen. Diese Anforderungen machen es notwendig, die Bundeswehr zur Wirkung im gesamten Einsatzspektrum zu befähigen und einsatzbereit zu halten.

Auftrag der Bundeswehr

Die Bundeswehr ist ein wesentliches Instrument unserer Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Ihr Auftrag leitet sich aus den verfassungsrechtlichen Vorgaben sowie aus Deutschlands Werten, Interessen und strategischen Prioritäten ab. Auftrag der Bundeswehr ist es, im Rahmen des gesamtstaatlichen Ansatzes
Deutschlands Souveränität und territoriale Integrität zu verteidigen und seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen;
zur Resilienz von Staat und Gesellschaft gegen äußere Bedrohungen beizutragen;
die außen- und sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit Deutschlands abzustützen und zu sichern;
gemeinsam mit Partnern und Verbündeten zur Abwehr sicherheitspolitischer Bedrohungen für unsere offene Gesellschaft und unsere freien und sicheren Welthandels- und Versorgungswege beizutragen;
zur Verteidigung unserer Verbündeten und zum Schutz ihrer Staatsbürger beizutragen;
Sicherheit und Stabilität im internationalen Rahmen zu fördern und
europäische Integration, transatlantische Partnerschaft und multinationale Zusammenarbeit zu stärken.

Aufgaben der Bundeswehr

Aufgrund unseres Selbstverständnisses und der internationalen Rolle Deutschlands in einem fordernden Sicherheitsumfeld sind unsere strategischen Prioritäten simultan zu verfolgen. Daraus folgt die Gleichrangigkeit der nachstehenden Aufgaben der Bundeswehr. Die Aufgabenwahrnehmung kann dabei nach Charakter und Intensität variieren. Abgeleitet aus ihrem Auftrag nimmt die Bundeswehr in einem gesamtstaatlichen Ansatz folgende Aufgaben wahr:

Landes- und Bündnisverteidigung im Rahmen der NATO und der EU einschließlich

Verteidigungsaufgaben auf deutschem Hoheitsgebiet sowie Maßnahmen zur Abschreckung in allen Dimensionen
Verteidigung gegen Angriffe auf das Hoheitsgebiet von Bündnispartnern
Verteidigung gegen terroristische und hybride Bedrohung
Festigung der transatlantische und europäische Verteidigungsfähigkeit
Maßnahmen der Rückversicherung und Unterstützung von Bündnispartnern im Rahmen der Bündnissolidarität, um Deutschland, seine Staatsbürger und Partner zu schützen und potenzielle Gegner abzuschrecken.
Internationales Krisenmanagement einschließlich aktiver militärischer und zivil-militärischer Beiträge
Heimatschutz, nationale Krisen- und Risikovorsorge und subsidiäre Unterstützungsleistungen in Deutschland einschließlich
Wahrnehmung nationaler territorialer Aufgaben,
Hilfeleistungen in Fällen von Naturkatastrophen, schweren Unglücksfällen und bei innerem Notstand sowie Amtshilfe
Beiträgen zur Geiselbefreiung im Ausland, um zur gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge und zur Resilienz von Staat und Gesellschaft beizutragen.
Partnerschaft und Kooperation auch über EU und NATO hinaus einschließlich
Ertüchtigung der Sicherheitsstrukturen von Partnern und Regionalorganisationen;

Die große Dynamik und Vielfalt krisenhafter Entwicklungen wirken nachhaltig auf die zukünftige Entwicklung unserer Streitkräfte. Die langfristige Sicherheitsvorsorge unseres Landes muss die Einflussgrößen solcher Entwicklungen erfassen und im Kontext unserer Einbindung in NATO und EU sowie unseres nationalen gesamtstaatlichen Ansatzes bewerten. Daraus erwachsen die Leitprinzipien für die Ausgestaltung der Bundeswehr der Zukunft.

Multinationalität und Integration

Multinationalität und Integration sind und bleiben Bestimmungsgrößen für die Bundeswehr. Für die Gestaltung der Verteidigungs- und Militärpolitik muss die Bundeswehr über ein umfangreiches bi- und mu-ltilaterales Instrumentarium verfügen, das kohärent anzuwenden und kontinuierlich auf seine Weiterentwicklung zu überprüfen ist. Multinationalität und Integration werden insbesondere auch in Strukturen, Einsätzen, langfristiger gemeinsamer multinationaler Fähigkeitsentwicklung und weiteren Kooperationsformen sowie in der Rüstungspolitik umgesetzt.


Bündnisgemeinsame Fähigkeitsentwicklung

Das strategische Konzept der NATO begründet ein komplementäres Fähigkeitsprofil aller Mitgliedstaaten, das über die Zuweisung nationaler Planungsziele orchestriert wird. Diese werden ergänzt durch Planungsvorgaben der EU im Rahmen der GSVP. Sie bestimmen die Ausrichtung des Fähigkeitsprofils der Bundeswehr auf Landes- und Bündnisverteidigung, internationales Krisenmanagement sowie die Entwicklung partnerschaftlicher Beziehungen. Durch dieses abgestimmte und lastenteilige Vorgehen werden die Wirksamkeit deutscher Verteidigungsanstrengungen und die Handlungsfähigkeit von NATO und EU erhöht. Das so begründete Fähigkeitsprofil wird durch Vorkehrungen und Maßgaben für die nationale gesamtstaatliche Sicherheitsvorsorge ergänzt. Die mit dem Gipfel von Wales 2014 begonnenen Entwicklungen in der NATO verlangen eine deutliche Akzentuierung der Anstrengungen im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung zur Verbesserung der Einsatzbereitschaft und Reaktionsfähigkeit. Damit geht das Ziel einher, die Fähigkeiten der Europäer – auch als europäischer Pfeiler innerhalb der NATO – zu stärken. Diesen Erfordernissen trägt das von Deutschland initiierte Rahmennationenkonzept Rechnung.

Führung und Verantwortung als Rahmennation

Deutschland ist bereit, in Allianzen und Partnerschaften als Rahmennation Verantwortung und Führung zu übernehmen. Das verlangt nicht nur die nationale oder gemeinsame Bereitstellung sogenannter kritischer Fähigkeiten, die einen Einsatz unserer Verbündeten und Partner oft erst ermöglichen, sondern auch die Bereitschaft zu deren gemeinsamer Entwicklung. Um einen spürbaren Mehrwert zu generieren, muss die Bundeswehr in Vorleistung treten, die Verfügbarkeit dieser Fähigkeiten gewährleisten sowie eine hinreichende Interoperabilität und Standardisierung in der industriellen Entwicklung vorantreiben.


Flexibilität und Agilität mit einem „Single Set of Forces“

Das nur einmal vorhandene Kräfte dispositiv („Single Set of Forces“) muss das gesamte Aufgabenspektrum der Bundeswehr in seiner Vielfalt, Parallelität und unterschiedlichen zeitlichen Reichweite abdecken. Um hierfür die notwendige Flexibilität und Agilität zu ermöglichen, bedarf es einer multifunktionalen und adaptionsfähigen Bundeswehr. Dies gilt gleichermaßen für Personal, Material und Ausbildung. Die Ausstattung der Bundeswehr muss dazu geeignet sein, unterschiedliche Aufgaben in verschiedenen Einsatzgebieten erfüllen zu können (Mehrrollenfähigkeit). Dies kann nur mit Strukturen gelingen, die widerstandsfähig gegenüber bekannten und anpassungsfähig gegenüber unvorhersehbaren Herausforderungen sind. Diese strukturelle Resilienz und personelle sowie materielle Anpassungsfähigkeit müssen insbesondere auch im Hinblick auf neue Operationsräume Ausdruck finden. Dies gelingt mit einem „atmenden“, an den Aufgaben orientierten Personalkörper;
einem umfangreichen Fähigkeitsprofil,
einer modernen strukturierten Ausstattung zur Verbesserung der Einsatzbereitschaft und Reaktionsfähigkeit,
ergänzenden Mission Ausrüstungspaketen zur Aufgabenwahrnehmung im gesamten Einsatzspektrum,
einer breit angelegten Ausbildung zur Qualifizierung des Personals für alle erwartbaren Szenarien sowie
dem erschließen von Zukunftstechnologien.


Ausrichtung auf vernetztes Handeln im nationalen und internationalen Rahmen

Die Gewährleistung von Sicherheit und Stabilität verlangt einen abgestimmten, vernetzten Ansatz aller Akteure – national wie international. Dieser Leitgedanke prägt immer stärker das gesamte Handlungsspektrum der Bundeswehr und bindet sie in ein koordiniertes gemeinsames Krisenmanagement ein. Nach diesem Prinzip handelt die Bundeswehr in allen Krisen- und Konfliktphasen. Dies kann verschiedene Ausprägungen umfassen: von Beiträgen zu einem einheitlichen Lagebild über die Ertüchtigung von Sicherheitskräften in einer Konfliktregion bis zu Stabilisierungseinsätzen und einer Krisennachsorge. Der vernetzte Ansatz ist daher in der Bundeswehr weiter zu verankern und auszugestalten. Die weitere Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren erfolgt durch
Beiträge zum Auf- und Ausbau ressortübergreifender Strukturen und ein Angebot zum Aufbau eines Netzwerkes mit nichtstaatlichen Akteuren;
den Ausbau einer gemeinsamen Infrastruktur zur Kommunikation und zum Austausch von Daten und Informationen;
verstärkten ressortübergreifenden Personalaustausch;
gemeinsame Ausbildungsgänge, Übungen und Seminare mit staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren;
Beiträge zur Etablierung gemeinsamer Planungs-, Bewertungs- und Analysekompetenzen sowie
Zusammenarbeit von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren – auch für die Bundeswehr ein Schlüssel zur erfolgreichen Auftragserfüllung.
Dem erschließen von Zukunftstechnologien

Die in Qualität und Quantität gewachsenen Aufgaben der Bundeswehr müssen sich vor dem Hintergrund unserer Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung und Führung auch in der Fähigkeitsentwicklung widerspiegeln. Die Auftragserfüllung der Bundeswehr setzt ein umfassendes Fähigkeitsspektrum voraus. Die Befähigung zum Bundeswehr gemeinsamen Wirken in allen Dimensionen – Land, Luft, See, Cyber- und Informations- sowie Weltraum – ist der übergeordnete Maßstab. Gerade in den Dimensionen Land, Luft und See bleibt die Befähigung zum Kampf Wesensmerkmal. Sie stellt den höchsten Anspruch an Mensch und Material. Überlebensfähigkeit und Schutz unseres Personals und unserer Fähigkeiten, auch gegen Angriffe aus dem Cyber- und Informationsraum, sind essenziell für die Aufgabenwahrnehmung. Zugleich sind sie Ausdruck der Verantwortung für die der Bundeswehr anvertrauten Menschen. Die Aufgabenwahrnehmung durch die Bundeswehr hängt maßgeblich ab von
ihrer Anpassungsfähigkeit bei Personal, Material und Strukturen;
qualitativ hochwertigen und modernen, hochtechnologischen Fähigkeiten einschließlich der Verfügbarkeit kritischer Fähigkeiten (von der Sicherstellung der Rettungskette und sanitätsdienstlichen Versorgung im Einsatz über den Bereich Führungsunterstützung bis hin zum strategischen Lufttransport) zur Übernahme der Verantwortung als Rahmennation wie auch zur autarken nationalen Aufgabenerfüllung sowie
ihrer schnellen Verfügbarkeit, hohen Einsatzbereitschaft bei angemessener Durchhaltefähigkeit sowie strategischen Verlegefähigkeit.
Die Bundeswehr strukturiert hierzu ihr Fähigkeitsprofil in die Bereiche Führung, Aufklärung, Wirkung und Unterstützung. Diese sind gleichwertig, bedingen einander und sind daher zu vernetzen. In diesem Wirkverbund ist eine agile, resiliente und robuste Aufstellung der Bundeswehr sicherzustellen.


Führung

Führung muss darauf abzielen, Kräfte und Mittel der Bundeswehr auftragsbezogen und bedarfsgerecht so einzusetzen, dass die angestrebte Wirkung erzielt werden kann. Voraussetzung effektiver Führungsfähigkeit ist die Verzugsarme, unterbrechungsfreie Informationsgewinnung, -aufbereitung und -verteilung über alle Führungsebenen hinweg. Dabei muss Informationsüberlegenheit ermöglicht und der Informationsfluss im Sinne des Prinzips „need to share“ gestaltet werden. Dies erfordert eine klare, aufgabenorientierte Führungsorganisation, eindeutige und standardisierte Führungsverfahren, leistungsfähige und resiliente Führungs- und Informationssysteme sowie ein modernes Informations- und Wissensmanagement. Sämtliche Elemente müssen auf einer leistungsfähigen Führungsunterstützung aufbauen. Der Befähigung zur Führung als Rahmennation kommt herausgehobene Bedeutung zu. Voraussetzung für eine wirksame national und multinational vernetzte Aufgabenwahrnehmung sowie für die Einbindung von Partnern ist eine Streitkräfteübergreifende Interoperabilität. Daher sind die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Partner horizontal und vertikal angebunden werden können.


Aufklärung

Global ausgerichtete und multinational kompatible Aufklärung ist Voraussetzung für die effektive Informationsbedarfsdeckung und damit für die Analyse-, Beurteilungs- und Führungsfähigkeit auf strategischer, operativer und taktischer Ebene. Damit ist für die Bundesregierung ein unverzichtbarer und kontinuierlicher Beitrag zum ressortübergreifenden Lagebild für die Entwicklung ihrer Handlungsoptionen verbunden. Aufklärung muss das gesamte Spektrum der nationalen und internationalen Krisenvorsorge und des Krisenmanagements umfassen. Hierbei kommt der Krisenfrüherkennung besondere Bedeutung zu. Der Aufbau von Regionalexpertise ist deshalb zu fördern und zu verstetigen.


Wirkung

Wirkung ist entscheidend für die Auftragserfüllung. Das veränderte, vielschichtige Aufgabenspektrum der Bundeswehr erfordert, Wirkung in ihrem gesamten Spektrum neu zu definieren und differenziert im Fähigkeitsprofil auszuprägen. Dabei gilt es, die Bandbreite von indirekter und direkter, physischer und psychologischer Wirkung gleichzeitig abzudecken: von humanitärer Hilfe über die Ertüchtigung von Partnern mittels Beratung, Ausbildung und Ausstattung bis zur Anwendung militärischer Gewalt. Wirkungsüberlegenheit muss über alle Intensitätsstufen hinweg erzielt werden können. Insbesondere bei Anwendung militärischer Gewalt sind Präzision und Skalierbarkeit wesentliche Voraussetzungen, um die beabsichtigte Wirkung zu erzielen und Schaden von Unbeteiligten abzuwenden. Abstandsfähigkeit erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit bei gleichzeitig gesteigerter Überlebens- und Durchhaltefähigkeit der eigenen Kräfte.


Unterstützung

Unterstützung ist eine elementare Voraussetzung für die Befähigung zur Führung, Aufklärung und Wirkung. Sie muss – auch unter Rückgriff auf Beiträge aus der Wirtschaft – die Auftragserfüllung aller militärischen und zivilen Organisationsbereiche ermöglichen. Logistik, Gesundheitsversorgung und der gesamte Betrieb im Inland sind bedingende Voraussetzungen zur Auftragserfüllung. Im veränderten Aufgabenspektrum der Bundeswehr kommt es besonders darauf an, die Voraussetzungen von Projektions- und Verlegefähigkeit sowie für die Anlehnung von Partnern zu schaffen. Mit Blick auf die Rolle Deutschlands als Rahmennation sowie als Lead- und Host-Nation sind die Unterstützungsleistungen national weiterzuentwickeln und multinational abzustimmen.

 

Bestmögliche Ausrüstung zur Auftragserfüllung

Angesichts der vielen Herausforderungen benötigt die Bundeswehr die bestmögliche Ausrüstung, um ihren Auftrag erfolgreich zu erfüllen und dabei das Leben ihrer Soldatinnen und Soldaten zu schützen. Dies kann nur durch ein transparentes, effektives, flexibles und modernes Rüstungswesen erreicht werden. 2014 hat eine umfassende externe Bestandsaufnahme ausgewählter Rüstungsprojekte die Defizite des bis-herigen Rüstungsmanagements offengelegt und zugleich Wege für eine Verbesserung aufgezeigt. Auf der Grundlage dieses Gutachtens – ergänzt um interne Analysen und Bewertungen – wurde in der Folge mit der Agenda Rüstung ein übergreifendes Vorgehen für die Modernisierung des Rüstungswesens entwickelt. Die Agenda Rüstung umfasst:
die Definition eines rüstungspolitischen Kurses zur strategischen Ausrichtung des Rüstungswesens (das „Was“ der Rüstung);
die Festlegung operativer Zielrichtungen zur Modernisierung des Rüstungswesens (das „Wie“ der Rüstung) und
den Aufbau sowie die Optimierung tragfähiger Grundlagen zur Sicherstellung der Steuerungs- und Kontrollfähigkeit (das „Womit“ der Rüstung).
Die umfassende Modernisierung des Rüstungswesens ist eine komplexe Herausforderung, die Beharrlichkeit, Entschlossenheit und Geduld erfordert, um alle Maßnahmen und die notwendigen Veränderungsprozesse in Breite und Tiefe wirksam werden zu lassen. Auch laufen viele große Rüstungsprojekte bereits seit vielen Jahren in festen Strukturen (Verträge, Organisationen etc.) und sind wenn überhaupt nur über Zeit zu verändern. Auf Grundlage der Agenda Rüstung wurden bereits zahlreiche Veränderungen eingeleitet: So konnten die strategischen Grundlagen gelegt sowie ein neu eingeführtes einheitliches Risikomanagement, eine verbesserte und proaktive Information des Deutschen Bundestages, die Stärkung des Vertragswesens sowie
eine höhere Personalqualität und -quantität im Rüstungsbereich erreicht werden.

Diese ersten Ergebnisse zeigen, dass ein transparentes, effektives, flexibles und modernes Rüstungswesen erreichbar ist. Als größte Herausforderung bleibt, die damit verbundenen Veränderungen nach innen und nach außen umzusetzen und damit die Nachhaltigkeit des Ansatzes sicherzustellen.


Kurzum kann nur gesagt werden:

Angesichts vielfältiger Herausforderungen benötigt die Bundeswehr die bestmögliche Ausrüstung, um ihren Auftrag erfolgreich zu erfüllen und dabei das Leben unserer Soldatinnen und Soldaten zu schützen.

Die Bundeswehr muss als agile Organisation in der Lage sein, flexibel und adaptionsfähig auf neue oder veränderte Anforderungen zu reagieren.


So ich hoffe auch dieser Beitrag hat euch gefallen und Ihr lest in Zukunft meine Weiteren Beiträge :)

Liebe Grüße Oliver

Herausgeber Bundesministerium der Verteidigung Stauffenbergstraße 18 10785 Berlin Stand Juni 2016
Gestaltung Castenow, Düsseldorf
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Druck Bonifatius GmbH, Paderborn
Im Internet unter www.weissbuch.de www.bmvg.de www.bundeswehr.de
Diese Publikation ist Teil der Informationsarbeit des Bundesministeriums der Verteidigung. Sie wird kostenlos abgegeben und ist nicht zum Verkauf bestimmt.

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